Stand: 28.10.2013
Stand: 28.10.2013
Bezirksmuseum Buchen / Odenwald Stand: Oktober 2016
Bezirksmuseum Buchen / OdenwaldStand: Oktober 2016

Sammeln und Vermitteln

Liebe Besucherin, lieber Besucher

unseres virtuellen SprachRaums.

 

Sammeln und vermitteln sind die zentralen Aufgaben des Vereins Bezirksmuseum Buchen e.V.. Ein Besuch in unserem Museum ist ein Ausflug in die Lebenswelt unserer Vorfahren, die Begegnung mit Alltäglichem, mit Zeugnissen ihres Wirkens, Denkens und ihres Glaubens, ihrer Kunst und Kreativität.

Dafür haben wir Vieles gesammelt.

 

Jetzt hat das Bezirksmuseum Buchen auch Sprachen gesammelt, auf digitalen Tonträgern gespeichert und vermittelt sie hier im virtuellen SprachRaum, aber auch im realen Sprachraum im Trunzerhaus unseres Museumsareals. Es handelt es sich vor allem um die Alltagsspachen im Einzugsgebiet unseres Musuems. Dazu vermitteln wir Informationen aus der Welt der Dialektologie. - Viel Freude!

 

Ihr Dr. Wolfgang Hauck, Voristzender

BEZIRKSMUSEUM BUCHEN 

 

 

 

Sprachuntersuchung nach verschiedenen Kriterien

  • linguistisch
  • Verwendungsbereich
  • Sprachbenutzer
  • sprachgeschichtliche  Entstehung
  • räumliche  Erstreckung
  • kommunikative Reichweite
  • Sprachwillen
  • Wortschatz
  • im Sprachraum entstanden
  • Fremdwörter
  • Lehnwörter
  • Grammatik
  • Syntax

 

 

Hochsprache - Mundart - Odenwäldisch

Ein wenig Sprachkunde

Man unterscheidet zwischen Hochsprache und Mundart. Die Hochsprache ist die (besonders geschriebene) Form einer Sprache, die keine regionalen oder sozialen Merkmale hat und als Standardsprache eines Landes gilt. Gelegentlich wird sie fälschlicherweise als „hochdeutsch“ bezeichnet. Sie ist – zum Teil gesetzlich – definiert. Es gibt Vorschriften und Hinweise für die Schulen. Fernseh- und Radioleute sind gehalten, das „reine Deutsch“ zu sprechen.

 

Die Mundarten oder Dialekte sind im Unterschied dazu regionale und lokale Sprachen. Ihre Entstehung, ihr Gebrauch und ihre Unterschiedlichkeiten sind historisch und soziokulturell zu erklären. Über sie gibt es seit dem 19. Jahrhundert Sprachatlanten. Definitorisch wird hier der Begriff "Mundart" als Regionalsprache, der Begriff "Dialekt" eher als lokale Sprache verwendet,

 

Das Fränkische

Das „Fränkische“ ist der größte deutsche Sprachraum. Er reicht vom nördlichen Baden-Württemberg bis an die niederländische Grenze. Siehe auch "Systematische Dialektologi"  - Die angesprochene Mundart-Initiative konzentriert sich auf einen kleinen Ausschnitt: auf die süd-rheinfränkischen Dialekte. Diese, so erklärt Manfred Pfaus, unterliegen starken kurpfälzischen Einflüssen und werden umgangssprachlich, zusammen mit dem Kurpfälzischen, auch als „Nordbadisch“ bezeichnet.

 

Odenwäldisch

Die Heimatsprache im östlichen („badischen“) Odenwald und im östlich angrenzenden Bauland (Mittelbereich Buchen) ist das „Odenwäldische“. Das ist ein besonderer südrheinfränkischer Dialekt und wird auch „badisch-fränkisch“ bezeichnet. Auch in Bayern/Unterfranken wird odenwäldisch bis Amorbach und südlich Miltenberg gesprochen.

 

Die Nachbarsprachen

Im Westen des badischen Odenwaldes spricht man kurpfälzisch, und im hessischen Odenwald das südhessische Odenwäldisch.

Ab Adelsheim, über das Heilbronner Land, den Kraichgau bis Karlsruhe und Baden-Baden sind die Varianten des Südfränkischen kennzeichnend. - In Heilbronn wird - beispielhaft genannt - nicht schwäbisch sondern fränkisch gesprochen!

Östlich, an das Bauland angrenzend, kommt die Taubertäler Färbung des Fränkischen, danach das Mainfränkische und das Ostfränkische, das bis Thüringen reicht.

 

Nur noch die Alten?

Allen vom Aussterben bedrohten Sprachen ist gemeinsam, dass sich die bis zu den 1950ern Geborenen untereinander noch in der „Muddersproch“ unterhalten. Ihre Kinder verstehen sie und übernehmen im unmittelbaren Kontakt zu den „Alten“ noch die von der Mundart geprägten Begrifflichkeiten und Redewendungen. Sie sind meist in der landwirtschaftlichen Arbeits- und Kulturwelt entstanden.

 

Die Enkel haben bereits Verständnisschwierigkeiten und sprechen den Dialekt untereinander allenfalls noch rudimentär. Man kann sie an Hand ihrer Alltagssprache nicht mehr eindeutig nach ihrer gemeindlichen Herkunft unterscheiden, wie das bei den „Alten“ fast gemarkungsscharf möglich ist. Die Jungen haben ihre „SMS-Sprache“
mit gerade noch ansatzweise dialektgefärbten Anglizismen. Besonders interessant ist die „Kanaksprache“ geworden, die nicht nur von Jugendlichen mit Migrationshintergrund gesprochen wird.

 

Sprache spiegelt die soziokulturellen Hintergründe der Sprechenden. Und wenn eine Sprache ausstirbt, spiegelt dies die gesellschaftlichen Veränderungen. Die sich abzeichnende Einheitssprache spiegelt die Einheitsgesellschaft. -  Eine Wertung ist nicht einfach.

 

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