Stand: 28.10.2013
Stand: 28.10.2013
Bezirksmuseum Buchen / Odenwald Stand: Oktober 2016
Bezirksmuseum Buchen / OdenwaldStand: Oktober 2016

Sammeln und Vermitteln

Liebe Besucherin, lieber Besucher

unseres virtuellen SprachRaums.

 

Sammeln und vermitteln sind die zentralen Aufgaben des Vereins Bezirksmuseum Buchen e.V.. Ein Besuch in unserem Museum ist ein Ausflug in die Lebenswelt unserer Vorfahren, die Begegnung mit Alltäglichem, mit Zeugnissen ihres Wirkens, Denkens und ihres Glaubens, ihrer Kunst und Kreativität.

Dafür haben wir Vieles gesammelt.

 

Jetzt hat das Bezirksmuseum Buchen auch Sprachen gesammelt, auf digitalen Tonträgern gespeichert und vermittelt sie hier im virtuellen SprachRaum, aber auch im realen Sprachraum im Trunzerhaus unseres Museumsareals. Es handelt es sich vor allem um die Alltagsspachen im Einzugsgebiet unseres Musuems. Dazu vermitteln wir Informationen aus der Welt der Dialektologie. - Viel Freude!

 

Ihr Dr. Wolfgang Hauck, Voristzender

BEZIRKSMUSEUM BUCHEN 

 

ZDF Online meldet am 6. Juni 2013: Digitale Arche Noah soll bedrohte Sprachen retten.

Sprachen in Gefahr. Sprachensterben weltweit.

Digitale Arche Noah soll bedrohte Sprachen retten.

von Alfred Krüger, ZDF vom 6. Juni 2013

 

Viele der rund 6.500 Sprachen, die es auf der Erde gibt, drohen auszusterben. Sie weichen den etwa zwanzig Großsprachen, die heute schon die Welt beherrschen. Wissenschaftler zeichnen gefährdete Sprachen für die Nachwelt auf. 



Manuel Segovia lebt in einem kleinen Dorf im mexikanischen Bundesstaat Tabasco. Seine Muttersprache ist Ayapaneco, eine alte regionale Sprache. Doch mit dem einzigen Menschen, der außer ihm noch Ayapaneco spricht, hat sich Segovia überworfen. Die beiden alten Männer leben nur fünfhundert Meter entfernt im selben Dorf. Doch seit Jahren haben sie miteinander kein Wort mehr gesprochen. - Zwanzig Großsprachen beherrschen die Welt.



Der britische Guardian hat diesen tragikomisch anmutenden Fall dokumentiert. Denn Ayapaneco ist eine akut vom Aussterben bedrohte Sprache. Die UNESCO hat weltweit rund 6.500 Sprachen gezählt und schätzt, dass die Hälfte von ihnen in hundert Jahren ausgestorben ist. Sie weichen den etwa zwanzig Großsprachen, die wie Chinesisch, Englisch, Spanisch oder Portugiesisch heute schon die Welt beherrschen.



Statistisch gesehen stirbt alle vierzehn Tage eine Sprache, hat die US-amerikanische National Geographic Society errechnet. Besonders gefährdet seien die Sprachen kleiner ethnischer Gruppen in Lateinamerika und in der asiatisch-pazifischen Region, heißt es im UNESCO-Atlas der bedrohten Sprachen. Aber auch in Deutschland seien dreizehn Minderheiten- und Regionalsprachen gefährdet – darunter Plattdeutsch, Nordfriesisch und Sorbisch.

 



Bedrohte Sprachen für die Nachwelt retten

Linguisten und Ethnologen bemühen sich weltweit, gefährdete Sprachen für die Nachwelt zu retten – so etwa im Rahmen der Förderinitiative "Dokumentation bedrohter Sprachen" (DobeS), einer Art digitaler Arche Noah für bedrohte Sprachen.



Die Initiative wurde 1999 von der Volkswagenstiftung initiiert und seitdem mit 28 Millionen Euro unterstützt. Vom 5. bis 7. Juni treffen sich Projektbeteiligte und Experten aus aller Welt zu einer  Konferenz in Hannover, um Bilanz zu ziehen. Gleichzeitig wird diskutiert, wie das Projekt weitergeführt werden soll.



Über einhundert gefährdete Sprachen hat DobeS bisher für die Nachwelt dokumentiert – schriftlich sowie als Audio-  und Videodateien. Das digitale Archiv der Initiative befindet sich im Max-Planck-Institut für Psycholinguistik im niederländischen Nimwegen. Über die Projektwebseite ist diese Arche Noah für bedrohte Sprachen für alle  Interessierten zugänglich.

 



Bewahrung bedrohter Sprachen

Die Initiative DobeS der Volkswagenstiftung ist nicht das einzige Projekt, das bedrohte Sprachen retten  und für die Nachwelt dokumentieren soll. Es gibt eine Reihe weiterer Projekte wie zum Beispiel das  Enduring Voices Project der US-amerikanischen National Geographic Society.



Auch das Suchmaschinenunternehmen Google betreibt eine Arche Noah für bedrohte Sprachen. Auf der Webseite  Endangered Languages werden zurzeit mehr als 3.000 Sprachen mit Sprachbeispielen oder Videos dokumentiert. Auf einer Weltkarte wird angezeigt, welche Sprachen in welchen Ländern zurzeit akut bedroht sind.

 



Siri muss bei Plattdeutsch passen

Die Ursachen des Sprachensterbens sind komplex. Oft wird der Untergang regionaler Sprachen durch eine Politik  ausgelöst, die in einem Land eine einheitliche Landessprache durchsetzen will. So etwa in Mexiko. Regionalsprachen wie Ayapaneco wurden Mitte des 20. Jahrhunderts zugunsten von Spanisch systematisch unterdrückt. Außerdem können sich Angehörige von Minderheiten in einer globalisierten Welt oft nur dann behaupten, wenn sie eine Großsprache erlernen.



Auch das Internet und moderne Computerprogramme forcieren das Sprachensterben. Software, die mit Sprache  umgehen kann, unterstützt meist nur die Großsprachen. Apples Sprachassistent. Siri etwa muss bei Sorbisch oder Plattdeutsch passen. Mindestens 21 europäische Sprachen – darunter Isländisch, Litauisch und Maltesisch – seien vom digitalen Aussterben bedroht, so das Ergebnis einer groß angelegten  Untersuchung aus dem vergangenen Jahr.

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