Stand: 28.10.2013
Stand: 28.10.2013
Bezirksmuseum Buchen / Odenwald Stand: November 2017
Bezirksmuseum Buchen / OdenwaldStand: November 2017

Sammeln und Vermitteln

Liebe Besucherin, lieber Besucher

unseres virtuellen SprachRaums.

 

Sammeln und vermitteln sind die zentralen Aufgaben des Vereins Bezirksmuseum Buchen e.V.. Ein Besuch in unserem Museum ist ein Ausflug in die Lebenswelt unserer Vorfahren, die Begegnung mit Alltäglichem, mit Zeugnissen ihres Wirkens, Denkens und ihres Glaubens, ihrer Kunst und Kreativität.

Dafür haben wir Vieles gesammelt.

 

Jetzt hat das Bezirksmuseum Buchen auch Sprachen gesammelt, auf digitalen Tonträgern gespeichert und vermittelt sie hier im virtuellen SprachRaum, aber auch im realen Sprachraum im Trunzerhaus unseres Museumsareals. Es handelt es sich vor allem um die Alltagsspachen im Einzugsgebiet unseres Musuems. Dazu vermitteln wir Informationen aus der Welt der Dialektologie. - Viel Freude!

 

Ihr Dr. Wolfgang Hauck, Voristzender

BEZIRKSMUSEUM BUCHEN 

 

Freie Texte in den SprachRaum-Dialekten

Die Sprecher haben in ihren Orten Sagen und Geschichten gefunden und tragen diese vor. Diese Geschichten finden sich in der Regel in Heimat- und Sagenbüchern im Gebiet zwischen Odenwald und Taubergrund.

 

Unter dem Originaltext ist der Titel der Geschichte als LINK gestaltet. Nach dem Anklicken kann der Mundarttext gehört werden. Der Originaltext kann mitgelesen werden.



 

Der Eisig

Quelle: Dr. Theodor Humpert

Heimatbuch „Mudau im Odenwald“ (Seite 235)

 

Einst ging in Mudau das Gerücht, ein Hainstadter Jude mit Namen Eisig, der oft auf den Mudauer Viehmarkt kam, habe die Brunnen vergiftet.

Die hohe Justiz, die damals ihren Sitz in Mudau aufgeschlagen hatte, ließ den Juden gefangen nehmen und verurteile ihn kurzerhand zum Tode.

Im finsteren Gelass des Mudauer Kerkers hatte er dann Zeit, über seine Verbrechen nachzudenken, bis ihn der Tod am Galgen erwartete.

Da erbarmten sich seine Glaubensgenossen, die in dem Judenhaus dem Amtshaus gegenüber wohnten, seiner.

Sie bestachen den Bäcker, der das Brot für den Gefangenen backen musste, ein scharfes Messer mit hineinzubacken.

Am anderen Morgen fand man den Juden Eisig mit durchschnittener Pulsader in seinem Blue schwimmend im Kerker auf.

Aber sein Geist konnte ob der vielen Menschen, die am Genuss des vergifteten Wassers gestorben waren, nicht zur Ruhe kommen.

Noch heute spukt es im Rathaus. Deswegen traut sich bei einbrechender Dunkelheit kein Kind mehr in die dunklen Gänge des Rathauses aus Furcht davor, der Eisig komme.

 

(Nachdem das alte Rathaus an die Sparkasse verkauft worden war, hat man von dem Spuk  nichts mehr gehört. Anscheinend gelang es den Bankern, sogar den Eisig Furcht einzuflößen.)

 

Harald Grimm, Mudau

De Eisich

 

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