Stand: 28.10.2013
Stand: 28.10.2013
Bezirksmuseum Buchen / Odenwald Stand: Oktober 2016
Bezirksmuseum Buchen / OdenwaldStand: Oktober 2016

Sammeln und Vermitteln

Liebe Besucherin, lieber Besucher

unseres virtuellen SprachRaums.

 

Sammeln und vermitteln sind die zentralen Aufgaben des Vereins Bezirksmuseum Buchen e.V.. Ein Besuch in unserem Museum ist ein Ausflug in die Lebenswelt unserer Vorfahren, die Begegnung mit Alltäglichem, mit Zeugnissen ihres Wirkens, Denkens und ihres Glaubens, ihrer Kunst und Kreativität.

Dafür haben wir Vieles gesammelt.

 

Jetzt hat das Bezirksmuseum Buchen auch Sprachen gesammelt, auf digitalen Tonträgern gespeichert und vermittelt sie hier im virtuellen SprachRaum, aber auch im realen Sprachraum im Trunzerhaus unseres Museumsareals. Es handelt es sich vor allem um die Alltagsspachen im Einzugsgebiet unseres Musuems. Dazu vermitteln wir Informationen aus der Welt der Dialektologie. - Viel Freude!

 

Ihr Dr. Wolfgang Hauck, Voristzender

BEZIRKSMUSEUM BUCHEN 

 

Gleiche Texte in verschiedenen Dialekten

Die nachfolgenden Hörbeispiele sind so gestaltet:

Es gibt vorgegebene Texte (kleine Geschichtchen oder Pressemeldungen). Zu jedem Text gibts es mehrere Dialektversionen, gesprochen von verschiedenen Sprecherinnen bzw. Sprecher aus unterschiedlichen Teilgebieten des Sprachraums.

 

 

In der linken Spalte stehen die Originaltexte. In der rechten Spalte kommen die vier Variationen von unterschiedlichen Sprecher/innen aus den genannten vier Orten. Die "Versionen" sind als LINKs gestaltet. Nach dem Draufklicken können die Texte gehört werden. Die Originaltexte können mitgelesen werden.

 

Das Frühjahr

 

Wenn draußen die   Kinder herumspringen, auf den Spielplätzen Mütter und Väter auf ihre Kinder aufpassen und auf dem Bolzplatz fast rund um die Uhr Leben ist, spürt man: Es ist Frühling.

Man muss gar nicht in den Kalender schauen: Die Vögel singen schon in aller Früh auf allen Bäumen, und die Tage werden immer länger. Es pfeift von allen Dächern, was jetzt so los ist.

Es wird wärmer, und man kann hinaussitzen. Die Biergärten und die Eisdielen locken mit allem, was sie anzubieten haben.

Freilich: Wenn du einen Garten hast – wenn es auch bloß ein kleiner ist oder gar nur zwei Quadratmeter Balkon – dann hast du jetzt Arbeit. Die Hecken sind zu schneiden, das Gras ist zu mähen, es sind Blumen zu setzen. Wo man hinschaut, Ist etwas zu tun.

Aber jammere nicht: Es ist einfach eine schöne Jahreszeit. Die Lust steigert sich von Tag zu Tag, auch in der Nacht, wenn sie auch immer kürzer wird. – Lass dich anstecken!

Version 1

 

Ludwig Dreikorn,

Wertheim

Version 2

 

Monika Frisch,

Waldstetten

Version 3

 

Albin Hehn,

Krensheim

Version 4

 

Franz-Josef Petschenka,

Osterburken

So hat die Reisewelle angefangen.

 

Bei Otto Normalverbraucher herrscht in den 1950er Jahren Geldmangel. Wer ins Ausland will, muss sich ein Visum besorgen. Und das Mitnehmen oder Tauschen von Devisen ist beschränkt. Auslandsreisen sind alles andere als eine Selbstverständlichkeit.

Laut einer Allensbach-Umfrage aus dem Jahr 1955 besitzen 79% der Deutschen noch keinen Reisepass. Nur 24% der Befragten sind seit Kriegsende überhaupt im Ausland gewesen.

Doch dann lockt „Bella Italia“. Die Anfahrwege nach sind zwar nicht einfach. Du musst die Alpen überqueren. Hunderte von steilen Straßen bringen die Autos zum Kochen. Die Serpentinen erfordern Fahrkunst. Aber kein Hindernis kann die Reisewelle in den Süden aufhalten.

Mit dem wachsendem Wohlstand reisen 1958 reisen schon 3,5 Millionen Bundesbürger nach Italien. Sonderzüge bringen die Urlauber nach Südtirol, an den Gardasee und an die Adria.

Bis 1959 entstehen insgesamt 323 Zeltplätze in Italien mit einer Kapazität für 900.000 Gäste.

Erst als 1959 mit dem Bau der Brenner-Autobahn begonnen wird, kommen Hoffnungen auf Reiseerleichterungen auf. Der erste Abschnitt wird 1963 eingeweiht. – Lange Schlangen lassen auf ganz neue Art die Kühler heißlaufen.

Version 1

 

Monika Frisch

Waldstetten

Version 2

 

Dr. Dieter Thoma

Wölchingen

Version   3

 

Eberhard Bierig

Sachsenflur

Das neue Auto

 

Was die neugierigen   Nachbarn aber auch zu gucken haben: Die Müllers haben ein neues Auto gekauft, und das steht jetzt vor dem Haus.

„Muss das wirklich ein so großes Auto sein?“, fragt sich der Nachbar Maier. Das Gleiche hatte vor ein paar Wochen auch schon Frau Müller gemeint, aber ihr Mann wollte unbedingt das Auto, das er jetzt auch bekommen hat.

Leisten können sie es sich eigentlich nicht, aber die Leasingrate von knapp 200 Euro war so verlockend, dass sie halt zugeschlagen haben. In drei Jahren, wenn die 15.000 für die Schlussrate hingeblättert werden müssen, wird man weiter sehen.

Viel fahren werden sie nicht können, der Sprit ist so teuer geworden, dass es bloß für wenige Kilometer reicht. Aber die Kinder haben ihre Freude so groß wie der Vater. Und wenn sie die Mutter zur Schule ins Nachbardorf fährt, dann sind sie ganz stolz, und sie freuen sich. – „Heiligs Blechle!“

Version 1

 

Rudi Arnold

Hirschlanden

Version 2

 

Klaus Riegel

Bad Mergentheim

Version 3

 

Josef Seitz

Altheim

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